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Studio III - Deutschland

Umgang mit herausforderndem Verhalten

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Die Konfrontation mit herausfordernden Verhaltensweisen, wie zum Beispiel mit Aggressionen, gehört zu den schwierigsten Situationen in der Betreuung von Menschen mit Autismus und/oder geistiger Behinderung. Angst, Hilflosigkeit und „Gegengewalt“ bestimmen oft die Reaktionen, mit dem Ergebnis, dass die vorhandene Spannung noch gesteigert wird.

Das in Großbritannien entwickelte „Studio III Training System“ versucht, diesen Zirkel zu durchbrechen und zielt auf Deeskalation und Spannungsreduktion. Ziel ist es, Strategien zu erlernen, die es ermöglichen, spannungsgeladene Situationen zu entschärfen, ohne sich in einen Machtkampf zu begeben oder die Würde des behinderten Menschen zu verletzen.

In den Kursen wird eher eine Philosophie oder Grundhaltung vermittelt, als nur einige psychologische und körperliche Tricks. Ein zentraler Aspekt dieser Philosophie ist es, dass Mitarbeitende in der Lage sein müssen, mit dem Verhalten, das als schwierig erlebt wird, umzugehen, bevor dieses verändert werden kann. Studio III glaubt, dass bisher ein zu großes Gewicht auf langfristige Verhaltensänderungsstrategien gelegt wurde, und zu wenig Unterstützung für den kurzfristigen Umgang mit diesen Verhaltensweisen angeboten wurde.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt in der Entwicklung einer positiven Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Klienten. Von den Kursteilnehmern wird erwartet, dass sie ihre eigenen Einstellungen und Haltungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten überdenken und die in den Kursen vermittelte Philosophie auf ihre tägliche Arbeit übertragen können.

Grundlage der Kurse sind der Low Arousal-Ansatz, der darauf abzielt, ein möglichst niedriges Erregungsniveau beizubehalten oder zu erreichen sowie ein besseres, wertschätzendes Verständnis von herausforderndem Verhalten und sanfte, gewaltfreie körperliche Techniken zu vermitteln

Ziele der 3-tägigen Studio III-Kurse sind:

  • das Selbstbewusstsein von Mitarbeitenden im Umgang mit herausforderndem Verhalten zu stärken
  • Prinzipien und Vorteile eines nicht-konfrontativen Ansatzes zu verdeutlichen
  • ein Bewusstseins dafür zu vermitteln, dass eigenes Verhalten das Verhalten Anderer beeinflusst
  • Strategien zu weiterzugeben, die dazu beitragen, herausfordernde Situationen aufzulösen ohne körperliche Techniken einsetzen zu müssen
  • ein besseres Verständnis der Ursachen von herausforderndem Verhalten und einen positiveren Umgang damit nahezubringen
  • die aktuelle Rechtslage und die Notwendigkeit, entsprechend zu arbeiten, zu vermitteln
  • die Relevanz von Nachbesprechungen nach Vorfällen zu betonen
  • Mitarbeitenden Techniken und Strategien beizubringen, die sicher und akzeptabel sowohl für Klienten als auch für Mitarbeitende sind.

In Deutschland besteht eine enge Zusammenarbeit der AUTEA gGmbH, einem Fortbildungsinstitut für Autismus und den TEACCH-Ansatz, mit Studio III in Großbritannien. AUTEA bietet für Personen, die mit Menschen mit geistiger Behinderung und/oder Autismus arbeiten, 3-Tageskurse, Auffrischungskurse sowie Beratung zum Umgang mit herausforderndem Verhalten an.